Energieausweis in den zwölf Berliner Bezirken
Ob für Ihr Gebäude der Verbrauchs- oder der Bedarfsausweis zulässig ist, hängt an Baujahr, Wohneinheiten und Datenlage. Und die unterscheiden sich in Berlin von Bezirk zu Bezirk erheblich: Gründerzeit mit Gasetagenheizung im Westen, Plattenbau mit Fernwärme im Osten, Einfamilienhäuser am Stadtrand.
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über Fernwärme versorgt
So heizt Berlin
Gas und Fernwärme decken zusammen rund 89 % der Wohnungen ab. Welcher der beiden Träger in Ihrem Gebäude steckt, entscheidet praktisch darüber, ob der Verbrauchsausweis ohne Aufwand möglich ist: Fernwärme heißt zentrale Abrechnung, Gas heißt in Berlin oft Etagenheizung mit Einzelverträgen.
Wo die Eigentümer sitzen
Die Zahl der Wohngebäude in der Hand von Privatpersonen zeigt, wo in Berlin Einfamilien- und kleine Mehrfamilienhäuser stehen – und damit, wo die Bedarfsausweis-Pflicht für Altbauten bis vier Wohneinheiten am häufigsten greift.
Baualter entscheidet über die Ausweisart
Knapp 40 % der Berliner Wohngebäude stammen aus der Zeit vor 1949. Für kleine Gebäude aus dieser Zeit ist der Bedarfsausweis Pflicht, solange keine Sanierung auf das Niveau der 1. Wärmeschutzverordnung nachgewiesen wird.
Gründerzeit. Massive Ziegelwände, Stuckfassaden, oft Denkmal- oder Milieuschutz.
Zwischenkriegssiedlungen und Siedlungshäuser, häufig bis vier Wohneinheiten.
Wiederaufbau, Großsiedlungen, früher Plattenbau. Meist Fernwärme.
WBS 70, Nachwende- und Neubau. Wahlrecht, Verbrauchsausweis genügt.
82 soziale Erhaltungsgebiete in elf Bezirken, 1.529 Straßen: In Milieuschutzgebieten sind energetische Maßnahmen genehmigungspflichtig. 12 % der Berliner Wohnungen stehen zusätzlich unter Denkmalschutz.
Alle zwölf Bezirke
Wedding und Moabit gründerzeitlich, Hansaviertel und Neubau mit dem höchsten Fernwärmeanteil Berlins.
Kleinster und dichtester Bezirk, fast durchgehend Gründerzeit. Sanierungen sind vielfach genehmigungspflichtig.
Prenzlauer Berg saniert, im Norden Buch und Karow mit Neubau. Die meisten Milieuschutzgebiete Berlins.
Zweithöchste Fernwärmeversorgung der Stadt, dazu Villen im Grunewald mit Gas- und Ölkesseln.
Falkenhagener Feld und Siemensstadt neben Einfamilienhäusern in Kladow und Gatow.
Die meisten Wohngebäude in Privathand. Villenkolonien in Dahlem, Nikolassee und Wannsee.
Gründerzeit in Schöneberg und Friedenau, Zwischenkriegssiedlungen, Einfamilienhäuser im Süden.
Reuter- und Schillerkiez gründerzeitlich, Gropiusstadt Großsiedlung, Hufeisensiedlung UNESCO-Welterbe.
Größte Spreizung der Primärenergiefaktoren Berlins: BTB-Netz 0,25 bis Altglienicke 0,90.
Größte zusammenhängende Plattenbausiedlung Europas, daneben Einfamilienhäuser in Mahlsdorf und Kaulsdorf.
Die meisten kommunalen Wohngebäude aller Bezirke, Großsiedlungen Fennpfuhl und Hohenschönhausen.
Rund 15.000 Wohnungen im modernisierten Märkischen Viertel, dazu Frohnau, Hermsdorf und Heiligensee.
Welche Ausweisart wo typisch ist
Die Rechtslage ist in allen zwölf Bezirken dieselbe – der Gebäudebestand nicht. Die Spalte rechts nennt den Fall, der im jeweiligen Bezirk am häufigsten vorkommt. Sie ersetzt nicht die Prüfung für Ihr Gebäude, zeigt aber, worauf es hinausläuft.
Maßgeblich sind immer Bauantragsdatum und Anzahl der Wohneinheiten Ihres Gebäudes, nicht der Bezirk. Was die beiden Ausweisarten unterscheidet, steht auf den Seiten zum Verbrauchsausweis und zum Bedarfsausweis; alle Preise stehen unter Kosten.
Egal in welchem Bezirk: zwei Fragen genügen
Verbrauchsausweis ab 69,90 €, Bedarfsausweis ab 119,90 €. Lieferung in 24 Stunden, DIBt-registriert.
