Energieausweis Berlin
Energieausweis Berlin / Bezirke / Marzahn-Hellersdorf
Bezirk 10 · Plattenbau und Siedlungshäuser

Energieausweis in Berlin Marzahn-Hellersdorf

Großsiedlungen in Plattenbauweise mit Fernwärmeanschluss auf der einen Seite, Siedlungs- und Einfamilienhäuser in Mahlsdorf und Kaulsdorf auf der anderen. Zwei Bestände, zwei völlig unterschiedliche Ausweisfälle.

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Ortsteile
Marzahn · Hellersdorf · Biesdorf · Kaulsdorf · Mahlsdorf
Verbrauchsausweis ab 69,90 €
Bedarfsausweis ab 119,90 €
Lieferung in 24 Stunden

Bausubstanz im Bezirk

Der Bezirk teilt sich klar: Großsiedlung im Norden, Siedlungsbau im Süden. Die Heizungsart entscheidet über die Datenlage.

Axonometrische Zeichnung eines elfgeschossigen Plattenbaus der 1980er Jahre, an einem Ende aufgeschnitten: über den Betonplatten liegt eine nachträglich aufgebrachte Dämmschicht mit neuen Fenstern, deren Dicke an der Schnittkante sichtbar wird.
WBS 70, saniert · die Dämmung sitzt vor der Platte
1977–1990
Plattenbau WBS 70

Große Wohnanlagen, Fernwärme, zentrale Abrechnung. Ab fünf Wohneinheiten immer Wahlrecht.

nach 1995
Sanierte Großsiedlung

Wärmedämmverbundsystem, neue Fenster, hydraulisch abgeglichene Heizsysteme. Gute Kennwerte im Verbrauchsausweis.

1920–1970
Siedlungshäuser im Süden

Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdorf: ein bis zwei Wohneinheiten, Bauantrag oft vor 1977 – Bedarfsausweis-Pflicht.

Fernwärme macht den Verbrauchsausweis einfach

Berlin hat mit 43,1 Prozent den höchsten Fernwärmeanteil aller Bundesländer, und in den Großsiedlungen des Bezirks ist er noch deutlich höher. Für den Verbrauchsausweis ist das ein Vorteil: Der Versorger rechnet zentral ab, drei lückenlose Jahre liegen fast immer vor.

In den Siedlungshäusern in Mahlsdorf und Kaulsdorf sieht es anders aus. Ein oder zwei Wohneinheiten, Baujahr vor 1977, oft nur teilsaniert: Hier ist der Bedarfsausweis vorgeschrieben, und die Modernisierungsempfehlungen sind für Eigentümer der eigentliche Mehrwert.

Faustregel
Wohnung oder Haus in der Großsiedlung

Verbrauchsausweis, ab 69,90 €

Siedlungshaus vor 1977

Bedarfsausweis, ab 119,90 €

Der Bezirk in Zahlen

Marzahn-Hellersdorf ist der einzige Berliner Bezirk, in dem größere Gebiete gar kein Gasnetz haben. Die Großsiedlungen hängen vollständig am Fernwärmeverbundnetz. Das macht den Verbrauchsausweis dort zum Standardfall: eine Abrechnung, ein Versorger, drei lückenlose Jahre.

Marzahn-Hellersdorf in Berlin · Geometrie: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (CC BY)
121.582
Fernwärme-Wohneinheitsäquivalente der BEW, Platz 4 in Berlin
0,48
Primärenergiefaktor Verbundnetz, gültig bis 2034
0,7
Fernwärmeanteil bei Berliner Gebäuden der Baujahre 1970–1989, Zensus 2022
33 %
der großen Berliner Mehrfamilienhäuser mit gedämmter Fassade, höchster Wert aller Gebäudetypen

Für die Siedlungshäuser in Mahlsdorf, Kaulsdorf und Biesdorf gilt das Gegenteil: eigene Gas- oder Ölkessel, davon in Berlin über 55 % bzw. 82 % älter als 20 Jahre. Hier liefert der Bedarfsausweis neben der Pflichterfüllung auch die Modernisierungsempfehlungen.

Quellen: Berliner Wärmeplan 2026, Tabelle 1 und 5, Kap. 3.2.3; Zensus 2022, Amt für Statistik Berlin-Brandenburg; Erhebung Schornsteinfegerhandwerk 2024.

Bauantragsdatum nachweisen

An dieser einen Angabe hängt die ganze Regel: Bei bis zu vier Wohneinheiten und Bauantrag vor dem 1.11.1977 ist der Bedarfsausweis Pflicht. Maßgeblich ist der Bauantrag, nicht die Fertigstellung – dazwischen liegen oft ein bis zwei Jahre.

Zuständig
Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin

Das Bauaktenarchiv im Stadtentwicklungsamt verwahrt die Bauakte Ihres Gebäudes. Einsicht bekommen Eigentümer auf Antrag, in der Regel gegen Gebühr.

Die Großsiedlungen in Marzahn und Hellersdorf sind zwischen den Siebzigern und Neunzigern entstanden, ihr Baualter ist gut dokumentiert und die Ausweisart selten strittig. Anders in Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf: Dort stehen Siedlungs- und Einfamilienhäuser aus allen Jahrzehnten, viele davon vor 1977 – und genau dort entscheidet das Datum über Pflicht oder Wahlrecht. Einsicht in die Bauakte gewährt das Bauaktenarchiv im Stadtentwicklungsamt.

Zuerst die eigenen Unterlagen

Kaufvertrag, Teilungserklärung, Baubeschreibung oder Unterlagen der Voreigentümer nennen das Datum oft schon.

Dann die Bauakte

Sie enthält den Bauantrag im Original. Der Antrag auf Einsicht läuft über das Bezirksamt, in dem das Gebäude liegt.

Wenn nichts davon hilft

Auch ohne exaktes Datum lässt sich der Fall meist einordnen – schreiben Sie uns, was Sie haben.

Häufige Fragen aus Marzahn-Hellersdorf

Was Eigentümer in diesem Bezirk am häufigsten wissen wollen.

Frage stellen
Wohnung oder Gebäude in der Großsiedlung – warum ist das der einfachste Fall?

Weil alles zusammenkommt, was der Verbrauchsausweis braucht: viele Wohneinheiten, damit Wahlrecht unabhängig vom Baujahr, und eine zentrale Fernwärmeversorgung mit lückenloser Abrechnung. Der Bezirk liegt mit 121.582 Wohneinheitsäquivalenten der BEW auf Platz 4 in Berlin; bei Gebäuden der Baujahre 1970 bis 1989 beträgt der Fernwärmeanteil berlinweit rund 70 Prozent.

Siedlungshaus in Mahlsdorf oder Kaulsdorf vor 1977 – was heißt das?

Bedarfsausweis-Pflicht ab 119,90 €, sofern bis zu vier Wohneinheiten vorliegen und nicht mindestens auf das Niveau der 1. Wärmeschutzverordnung saniert wurde. Was Sie zur Dämmung nicht wissen, wird anhand von Baujahr und Bauweise eingeordnet – eine Bauakte ist dafür nicht nötig, wohl aber für das Bauantragsdatum selbst.

Sind die Plattenbauten energetisch wirklich besser als der Altbau?

In der Fläche ja. Große Mehrfamilienhäuser stehen berlinweit mit 33 Prozent nachträglich gedämmter Fassade an der Spitze aller Gebäudetypen, während der typische Altbau bei 12 Prozent liegt. Was das für Ihr Gebäude bedeutet, sagt aber erst der Kennwert im Ausweis – und der entscheidet im Mietspiegel über wohnwerterhöhend oder wohnwertmindernd.

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